Herausgegeben im Februar 2017

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Die Familienzeitung

Zumindest alten Fürstenwaldern dürften die beiden oberen Bilder zwischen den blauen Linien noch im Gedächtnis sein. Das Linke zeigt das Landmaschinenkontor der Firma Rob. Carl Gerlach - Landmaschinen in Fürstenwalde am Güterbahnhof. Das rechte zeigt die Villa Ruth in der Karl-Cheret-Str. kurz vor der Küstriner rechts. Die Familie zog um 1912 von Erkner, wo Rob. Carl in einen Kolonial- und Landwarenhandel einheiratete, nach Fürstenwalde.Die Gerlachs kauften Haus und Grundstück in der Ackerstraße 5 (heute Karl-Cheret-Str.) Der älteste Sohn Herbert (mein Vater) war damals etwa 3 Jahre alt. Der Schriftzug "Villa Ruth" ist an dem noch heute stehenden und liebevoll rekonstruierten Haus immernoch zu sehen. Auch der Klingelknopf am Torpfeiler weist noch auf die "Gerlachs" hin.


Das Geschäft wurde neu ausgerichtet und man fixierte sich fortan auf den Handel mit Landmaschinen und Ersatzteilen für diese. Bis 1930 war das Geschäft auf eine beachtliche Größe angewachsen. Die Firma hatte unter anderem die Generalvertretung des Landmaschinenherstellers „SAXONIA“ und „KRUPP“ für die gesamte Mark und die Neumark inne.

Rob. Carl führte um diese Zeit das Kontor mit seinen Angestellten und Sohn Herbert bereiste mit dem Brennabor der Familie die Mark Brandenburg und die Neumark als Vertreter der Firma Rob. Carl Gerlach - Landmaschinen Fürstenwalde.


Nach dem 2. Weltkrieg war der Landmaschinenhandel wie auch das übrige Fürstenwalde zerstört. Vater und Sohn packten noch einmal an und bargen die wertvollen Ersatzteile und was sonst noch von den Landmaschinen zu gebrauchen war. Der Bedarf an Ersatzteilen für die sich wieder entwickelnde Landwirtschaft, nun nur noch in Brandenburg, war riesig, so dass es eigentlich hätte wieder aufwärts gehen können. Mit der Machtergreifung der Kommunisten und der Gründung der DDR war das aber beendet. Die Regierung erkannte die Versorgung der sozialistischen Landwirtschaft mit Maschinen und Ersatzteilen als so vehement wichtig, dass sie das unmöglich in die Hände eines bürgerlichen Privatmannes legen konnte. Das übernahm nun das spätere Kreiskontor auf der Ecke Trebuser-Thälmannstraße (zeitweise Videothek, Knabber-Fisch-Oase und Geschäftshaus).


Rob. Carl betrieb aber bis zu seinem Tode in der heutigen Ehrenfried-Jopp-Str. einen kleinen Handel mit Ersatzteilen für alte Landmaschinen und verkaufte an die Bauern im Umland, die dankbar für jede Hilfe bei Defekten an ihren alten Maschinen waren.

Auf dem Grundstück befindet sich heute die Fleischerei Ziem.

Auf dem Grundstück gegenüber Ziem befand sich früher die Ofenkachelfabrik und dahinter die letzte Scharfrichterei Fürstenwaldes.


Heute leben noch 4 Enkelkinder von Rob.Carl Gerlach mit ihren Familien in Fürstenwalde. Ob mein Großvater wusste, dass seine Vorfahren Scharfrichter in Fürstenwalde waren?

Ich glaube nicht.



Die Gerlachs in Fürstenwalde

ZEITLEISTE

Rob. Carl Gerlach heiratet in Erkner

Helene, Emma Linde-Herrmann.

Ihre  Herkunft ist nicht überliefert und über ihre Familie ist nichts bekannt.

21.01.1906

Umzug der Familie nach Fürstenwalde und Aufbau des Landmaschinenhandels

Rob. Carl Gerlach

Um 1912

Geburt des ersten Sohnes Herbert, Gustav, Karl.

Zwei weitere Kinder, Ruth, Clara-Marie und Günter, Erich, Eugen folgten noch.

14.03.1909

wurde der Landmaschinenhandel am Bahnhof Fürstenwalde geschlossen.

Rob. Carl verkaufte jedoch bis zu seinem Tode im Mai 1965 Ersatzteile in der Ehrenfried-Jopp-Str. Heute Fleischer Ziem.

Ende der 1950er Jahre

Gerlach - Ackerstr 5

Kontor um 1930

Geschäft in Erkner um 1910

Villa „Ruth“ um 1931