Herausgegeben im Februar 2017

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Die Familienzeitung

Besser sollten wir sagen, was haben meine Vorfahren mit den Katte Schwertern zu tun? Es gibt nämlich zwei, die Anspruch darauf erheben, das Richtschwert zu sein, mit dem Herrman von Katte 1730 in Küstrin hingerichtet wurde.

Aber der Reihe nach.

Beginnen wir mit dem Schwert, das im Museum der Stadt Brandenburg/Havel aufbewahrt wird. Hierbei handelt es sich um eine Dauerleihgabe der Familie von Katte.

Der Ritterschaftrat Albert von Katte aus Roskow-Vieritz erwarb es seinen überlieferten Aussagen zu Folge 1852 für 20 Taler von dem ehemaligen Offizier Juckwer in Dirschau. Juckwer gab sich danach als Nachfahre des Mittenwalder Scharfrichters Carl Kühne aus, der angeblich das Urteil über Hans-Herrmann von Katte gesprochen haben soll.

In dieser, auch bei Wikipedia nachlesbaren Geschichte gibt es eine ganze Reihe von Fakten, die so nicht stimmen können.

Im Rahmen unserer Familienforschung konnten wir gemeinsam mit Frau Dr. Ilse Schumann aus Klein Machnow ein wenig Licht in dieses Dunkel bringen.

Zunächst einmal sprach ein Scharfrichter niemals ein Urteil. Er war Vollstrecker der Justiz. Das endgültige Todeurteil über Herrmann von Katte verhängte allein König Friedrich Wilhelm I.(Der Soldatenkönig) unter Aufhebung des Kriegsgerichtsurteils vom 2.11.1730, welches „nur“ eine lebenslange Festungshaft Kattes vorsah.

Der ehemalige Offizier Juckwer aus Dirschau kann nur Joseph Carl Juckwer gewesen sein, denn er war Offizier unter Major von Valentini und u. a. auch 1807/1808 in Dirschau. Allerding starb er bereits 1835 als Förster in Krausnik.

Dieser Joseph Carl Juckwer kaufte 1817 die Mittenwalder Scharfrichterei von Carl Gottlob Kühn, Enkel des Scharfrichters Johann Friedrich Kühn aus Lübbenau, der die Scharfrichterei Mittenwalde 1736 für 3000 Taler erwarb.

Also Juckwer kein Nachfahre von Kühn aber Sohn des Joseph Carl Juckwer.

Wie aber soll der Juckwer in den Besitz  des Richtschwertes von Katte gekommen sein?

Nachweislich nahm die Hinrichtung in Küstrin der Scharfrichter Martin Coblenz aus Beeskow vor. Allerdings quittierte den Empfang der für Enthauptungen übichen Entlohnung der Scharfrichter Heyl aus Seelow. Das wiederum war nicht unüblich. Bei der Ausführung von Exekutionen wurden oft auswärtige Scharfrichter hinzugezogen und dann vom örtlich zuständigen Scharfrichter ausbezahlt.

Da Scharfrichter als „unehrliches Gewerbe“ galt, heirateten Scharfrichter fast immer auch Nachkommen von Scharfrichtern. Dadurch entstand eine extreme Vernetzung der verschiedenen Scharfrichterdynastien untereinander zumal der Scharfrichterberuf nur von männlichen Nachkommen ausgeübt werden durfte.

Für die Vorfahren der Drothea Friederike Hahn, verehelichte Juckwer war durchaus eine direkte Verbindung nach Seelow gegeben, über die das Schwert nach Mittenwalde gelangt sein könnte.

Auf diese Weise ist es nicht unmöglich, dass das Katte Schwert zu Brandenburg/Havel tatsächlich das Schwert ist, mit dem Hans-Herrmann von Katte in Küstrin hingerichtet wurde. Bewiesen ist es allerdings nicht.

Was haben meine Vorfahren mit dem Katte Schwert zu tun?

Fundstelle Fürstenwalde/Spree

Das im Märkischen Museum zu Berlin befindliche Schwert wurde irgendwann in den 1950er Jahren bei Baggerarbeiten in der Spree bei Fürstenwalde gefunden.

Es wird der Scharfrichterdynastie Kaufmann zugeschrieben. Friederike Kaufmann heiratete den Küstriner Scharfrichter Carl Friedrich Heil (+1803), einem Nachfahren des 1730 quttierenden Heyl.

Auch hier ist es über die Verbindung Hahn nach Seelow möglich, dass das Schwert in den Besitz der Scharfrichterfamilie Untermann kam.

Maria Elisabeth Untermann heiratete 1738 den Johann Christoph Hahn, Scharfrichter in Cöpenick.

Deren Tochter war Dorothea Friederike Hahn, welche ja bekanntlich Joseph, Carl Juckwer heiratete.

Also schließt sich auch hier ein Kreis.

Die Scharfrichterei Untermann in Fürstenwalde/Spree ging um 1775 an den Scharfrichter Ackermann.

Die folgende Zeit tauchen dann keine meiner Vorfahren mehr in Fürstenwalde als Scharfrichter auf. Das bedeutet, dass von ihnen das Amt des Scharfrichters aufgegeben wurde.

Es war Brauch, dass bei Beendigung der Tätigkeit die Scharfrichterwerkzeuge, also auch Richtschwerter, im Wasser versenkt wurden.


Wäre das eine Erklärung dafür, dass dieses Schwert in der Spree gefunden wurde?


Möglich auch hier, dass es ein Katte Schwert ist, ist aber auch hier nicht bewiesen.

Bewiesen ist, dass bei beiden in Frage kommenden Schwerter meine direkten Vorfahren die Finger im Spiel hatten.

Das Richtschwert aus dem Märkischen Museum Berlin

ZEITLEISTE

Hans Herrmann von Katte wird in Küstrin durch den Scharfrichter Coblenz aus Beeskow hingerichtet, SR Heyl aus Seelow quittiert den Erlalt des SR Lohnes.

1730

Johann Friedrich Kühn aus Lübbenau erwirbt die Scharfrichterei in Mittenwalde für 3000 Taler

1736

Sein Sohn Johann Christian Friedrich nimmt als Mittenwalder SR eine Hinrichtung mit dem Rad in Teupitz vor.

1769

Johann Christian Friedrich Kühn verkauft die SR Mittenwalde an seinen Sohn

 Carl Gottlob Kühn

1785

Gleich 2 Funde werden als Katte Richtschwerter gehandelt.

An beiden Geschichten ist etwas dran aber auch bei beiden sind Zweifel vorhanden.

Alles ist möglich, nichts ist bewiesen.

Zwei Katte Schwerter

1725
1816
1817
1825
1852

Joseph Carl Juckwer, ehemaliger Offizier, heiratet die Tochter des Cöpenicker Scharfrichters Johann Christian Hahn, Dorothea Friederike Hahn

Joseph Carl Juckwer kauft von Carl Gottlob Kühn die Scharfrichterei Mittenwalde

Geburt des Sohnes Friedrich Eduard Herrmann Juckwer (später Bäckermeister in Mittenwalde)

Der Ritterschaftsrat Albert von Katte erwarb von einem ehemaligen Offizier Juckwer in Dirschau das angebliche Richtschwert, mit dem sein Vorfahre hingerichtet wurde.

In Fürstenwalde/Spree nimmt  der Scharfrichter Joseph Christoph Untermann die letzte öffentliche Hinrichtung in Fürstenwalde vor.

Er war der Ur-Ur-Großvater von Dorothea Friederike Hahn

Die Vorfahren Joseph Christian Hahns - Großvater von Dorothea Friederike Hahn - waren bereit in Seelow und Fürstenwalde als Scharfrichter ansässig.

Mitte 17. - Anfang 18. JH

Richtschwert der Famile Katte

Im Museum Brandenburg/Havel